Material als Ausgangspunkt
- Robin Lukas-Larsen
- 16. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Werk: BUNTE STEINE I.12 (2025) – Elias Franziskus Grüner
BUNTE STEINE I.12 zeigt eindrücklich, wie konsequent Elias Franziskus Grüner Material als Ausgangspunkt seiner Arbeit versteht. Die Oberfläche des Werks ist direkt, unverstellt und geprägt von einer klaren, mineralischen Präsenz. Grüner arbeitet hier mit Bergkristall, Apatit, Siliziumkarbid und Hautleim – eine ungewöhnliche Kombination, die dem Werk seine charakteristische Körnung und Tiefe verleiht.

Die Textur entsteht durch das Auftragen und Verdichten dieser mineralischen Stoffe. Dadurch wirkt die Oberfläche nicht glatt oder dekorativ, sondern bewusst rau, schichtig und körperlich. Jede Verdichtung, jeder Übergang dokumentiert den Arbeitsprozess: das Reiben, Pressen, Schichten und Fixieren der Materialien. Die Farbigkeit ergibt sich nicht aus Pigmenten, sondern aus den natürlichen Tönen der verwendeten Mineralien – ein Ansatz, der dem Werk eine authentische, erdige und zugleich präzise Materialästhetik verleiht.
Im Raum entfaltet BUNTE STEINE I.12 eine ruhige, konzentrierte Wirkung. Die Struktur lenkt den Blick über die Fläche und macht die Materialität selbst zum Inhalt. Das Werk ist Teil eines Triptichons gemeinsam mit BUNTE STEINE I.13 und I.14 (2025). Zusammen bilden die drei Arbeiten eine geschlossene Serie, die den Fokus auf mineralische Substanz, handwerkliche Verdichtung und die Beziehung zwischen Oberfläche und Tiefe legt.
Die Materialität ist hier nicht dekorativ, sondern funktional – sie bestimmt die Lesbarkeit des Werks und macht den Entstehungsprozess sichtbar.
Zum Künstler:
Elias Franziskus Grüner ist ein österreichischer Künstler, der sich in seiner Arbeit intensiv mit Material, Oberfläche und Verdichtung auseinandersetzt. Sein Schwerpunkt liegt auf mineralischen und kristallinen Stoffen, die er in präzisen, handwerklich anspruchsvollen Verfahren zu klar strukturierten Bildkörpern formt. Grüner arbeitet mit Materialien wie Bergkristall, Apatit, Siliziumkarbid und Hautleim, die er schichtet, reibt und verdichtet, bis eine eigenständige, taktile Oberfläche entsteht.
Seine Werke bewegen sich zwischen Malerei, Objekt und Materialstudie. Die Farbigkeit ergibt sich nicht aus Pigmenten, sondern aus den natürlichen Tönen der verwendeten Mineralien. Dadurch entstehen Arbeiten, die eine ruhige, konzentrierte Präsenz im Raum entwickeln und den Blick auf die Substanz selbst lenken.
Seine Werkserien – darunter das Triptichon BUNTE STEINE I.12–I.14 (2025) – zeigen eine konsequente Auseinandersetzung mit Material als Inhalt und als Prozess. Seine Arbeiten werden zunehmend im zeitgenössischen Kontext wahrgenommen und zeichnen sich durch eine klare, reduzierte und zugleich körperlich erfahrbare Materialästhetik aus.

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